Interview · Elberadweg · 2024
"Auf dem Elberadweg habe ich Deutschland neu kennen gelernt"
Thomas, du hast den Elberadweg von Bad Schandau bis Cuxhaven in 16 Tagen absolviert. Was hat dich am meisten überrascht?
Ich war überrascht, wie einsam es sein kann — besonders der Abschnitt zwischen Wittenberge und Lauenburg. Da fährst du stundenlang durch die Elbniederung, kein Dorf in Sicht, nur Wasser, Himmel und gelegentlich ein Storch. Das ist eine Tiefe der Stille, die ich in Deutschland nicht mehr erwartet hatte.
Du bist auf einem klassischen Tourenrad gefahren. War das rückblickend die richtige Wahl?
Absolut. Das Rad ist ein Cube Touring mit Nexus-8-Gang-Nabe — wartungsarm, zuverlässig. Auf dem Elberadweg braucht man kein E-Bike. Das Gelände ist so flach, dass der Motor kaum einen Mehrwert bietet, außer für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ich habe durchschnittlich 78 km am Tag zurückgelegt, manchmal mehr als 100.
Welche Unterkunft war die beste auf deiner Tour?
Die Radlerherberge in Hitzacker — direkt am Elbeufer, familiengeführt, die Wirtin kannte jeden Kilometer des Weges und hat uns Radfahrern am nächsten Morgen frisch belegte Brote für unterwegs mitgegeben. Sowas macht einen Unterschied auf einer langen Tour.
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