Zwei Radreisende pausieren am Flussufer auf einer Bank, vollbepackte Tourenräder daneben, entspannte Atmosphäre, Sonnenlicht auf dem Wasser, Fernradweg-Atmosphäre
Erfahrungsberichte · Tourenradler · Deutschland

Tourenradler erzählen

Echte Geschichten von Menschen, die Deutschlands Fernradwege selbst gefahren sind — ungefiltert, informativ, ehrlich.

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Porträt eines 58-jährigen deutschen Radreisenden mit grauem Bart, Fahrradhelm, sonnengegerbtem Gesicht, freundliches Lächeln, Radtrikot

Thomas Herrmann

Ingenieur, 58 · Hannover
Elberadweg 2024
Interview · Elberadweg · 2024

"Auf dem Elberadweg habe ich Deutschland neu kennen gelernt"

Thomas, du hast den Elberadweg von Bad Schandau bis Cuxhaven in 16 Tagen absolviert. Was hat dich am meisten überrascht?
Ich war überrascht, wie einsam es sein kann — besonders der Abschnitt zwischen Wittenberge und Lauenburg. Da fährst du stundenlang durch die Elbniederung, kein Dorf in Sicht, nur Wasser, Himmel und gelegentlich ein Storch. Das ist eine Tiefe der Stille, die ich in Deutschland nicht mehr erwartet hatte.
Du bist auf einem klassischen Tourenrad gefahren. War das rückblickend die richtige Wahl?
Absolut. Das Rad ist ein Cube Touring mit Nexus-8-Gang-Nabe — wartungsarm, zuverlässig. Auf dem Elberadweg braucht man kein E-Bike. Das Gelände ist so flach, dass der Motor kaum einen Mehrwert bietet, außer für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ich habe durchschnittlich 78 km am Tag zurückgelegt, manchmal mehr als 100.
Welche Unterkunft war die beste auf deiner Tour?
Die Radlerherberge in Hitzacker — direkt am Elbeufer, familiengeführt, die Wirtin kannte jeden Kilometer des Weges und hat uns Radfahrern am nächsten Morgen frisch belegte Brote für unterwegs mitgegeben. Sowas macht einen Unterschied auf einer langen Tour.
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Porträt einer 44-jährigen Radreisenden mit Kurzhaarschnitt und orangefarbener Windjacke, lächelnd vor einer Weinbergskulisse an der Mosel, Fahrrad im Hintergrund

Karoline Fischbach

Lehrerin, 44 · Köln
Moselradweg 2024
Interview · Moselradweg · 2024

"Der Moselradweg ist anspruchsvoller als sein Ruf — und schöner auch"

Karoline, du hast den deutschen Abschnitt des Moselradwegs in 8 Tagen gefahren. Was waren deine stärksten Eindrücke?
Die Mosel ist ein Fluss, der jeden Tag anders aussieht — morgens liegt Nebel über dem Wasser, mittags glänzen die Weinberge und nachmittags leuchten die Schieferdächer der Dörfer. Bernkastel-Kues und Cochem sind Pflichthalte, aber die kleinen Orte dazwischen — Traben-Trarbach, Beilstein — sind die eigentlichen Schätze.
Du hast ein E-Bike genutzt. War das auf dem Moselradweg sinnvoll?
Sehr sinnvoll. Der Radweg weicht an manchen Stellen vom Ufer ab und führt über die Höhen — dann sind Steigungen von 12–15% keine Seltenheit. Mit dem E-Bike (Bosch CX, 625 Wh) war das kein Problem. Ohne Motor hätte ich mindestens zwei Tage länger gebraucht und hätte abends kaum Energie für die Weindörfer gehabt.
Dein wichtigster Tipp für zukünftige Mosel-Radler?
Fahr in Fahrtrichtung Koblenz, also von Metz oder Trier aus. Der Wind kommt oft aus Südwest — das gibt Rückenwind. Und buche Unterkünfte rechtzeitig: Im August sind die Weinpensionen oft vier bis sechs Wochen im Voraus ausgebucht.
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Markus & Sandra Becker

Rentner, Dortmund
Bodensee-Rundweg 2023
Interview · Bodensee-Rundweg · 2023

"Mit 67 und 65 zum ersten Mal Radreise — und wir wären sofort wieder gefahren"

Markus, Sandra — ihr habt den Bodensee-Rundweg als eure erste Fernradtour absolviert. Was hat euch überzeugt, gerade diesen Weg zu wählen?
Der Bodensee-Rundweg ist in allen Ratgebern als familienfreundlich und leicht eingestuft. Das war uns wichtig, weil wir nicht wussten, was unsere Knie nach 50 km täglich mitmachen. Und wir wurden nicht enttäuscht — die Strecke ist sanft, die Aussichten grandios.
Habt ihr E-Bikes genutzt?
Ja, beide. Cube Touring Hybrid, 625 Wh. Die Unterstützung war psychologisch mehr wert als physisch — man weiß, dass man auch kleine Anstiege immer schafft, ohne anzuschieben. Das nimmt Druck heraus. Wir haben täglich 45–60 km gemacht und fühlten uns abends gut.
Was war euer schönstes Erlebnis auf der Strecke?
Die Fahrt am frühen Morgen von Meersburg nach Friedrichshafen — Nebel über dem See, Stille, die Fähre die gerade aus dem Dunst auftaucht. Sowas kann man nicht planen. Das ist das Schöne am Radreisen: Man ist offen für den Moment.
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