Donauradweg: Überblick und Bedeutung
Der Donauradweg (EuroVelo 6) ist einer der am häufigsten befahrenen Fernradwege Europas und führt von der Atlantikküste bis ans Schwarze Meer. Der deutsche Abschnitt erstreckt sich auf rund 687 km von der Donauquelle bei Donaueschingen bis zur bayerisch-österreichischen Grenze bei Passau.
Die Strecke führt durch Baden-Württemberg und Bayern und verbindet dabei einige der bedeutendsten Kulturlandschaften Südwestdeutschlands. Unser Redaktionsteam hat den deutschen Abschnitt in vier eigenständigen Bereisungen kartiert und bewertet.
Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober. Besonders empfehlenswert ist September: Das Hochwasserrisiko ist minimal, die Temperaturen angenehm und die Unterkünfte weniger überfüllt als im August. Fahrtrichtung Osten (Passau) wird empfohlen.
Höhenprofil: Sanftes Gefälle mit Ausnahmen
Der Donauradweg weist vom Quellgebiet bis Passau ein generelles Gefälle von rund 690 Metern auf. Dieser Gesamthöhenunterschied verteilt sich allerdings ungleichmäßig: Die ersten 150 km zwischen Donaueschingen und Ulm weisen den größten Höhenunterschied auf, während der Abschnitt ab Regensburg nahezu vollständig flach verläuft.
Besonders herausfordernd ist der Donaudurchbruch zwischen Kelheim und Weltenburg, wo die Strecke kurzzeitig auf Schotterwegen durch enge Felsschluchten führt — ein landschaftliches Highlight mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad.
9 empfohlene Etappen
| # | Etappe | Distanz | Hm | Belag | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Donaueschingen → Tuttlingen | 58 km | 480 m | Asphalt / Schotter | Mittel |
| 2 | Tuttlingen → Sigmaringen | 65 km | 420 m | Asphalt | Mittel |
| 3 | Sigmaringen → Ulm | 88 km | 310 m | Asphalt | Leicht |
| 4 | Ulm → Günzburg | 72 km | 180 m | Asphalt | Leicht |
| 5 | Günzburg → Ingolstadt | 80 km | 150 m | Asphalt | Leicht |
| 6 | Ingolstadt → Kelheim | 62 km | 200 m | Asphalt | Leicht |
| 7 | Kelheim → Regensburg | 28 km | 260 m | Schotter / Asphalt | Mittel |
| 8 | Regensburg → Straubing | 55 km | 90 m | Asphalt | Leicht |
| 9 | Straubing → Passau | 78 km | 110 m | Asphalt | Leicht |
Kulturelle Highlights entlang der Route
Der Donauradweg führt durch eine außergewöhnliche Konzentration historischer Stätten. Besonders bemerkenswert:
- Donaueschingen: Donauquelle im Schlosspark der Fürsten zu Fürstenberg, Stadtmuseum
- Sigmaringen: Hohenzollernschloss hoch über dem Tal, eines der prächtigsten Schlösser Südwestdeutschlands
- Ulm: Ulmer Münster (höchster Kirchturm der Welt, 161 m), Stadtmauer, Fischerviertel
- Kloster Weltenburg: Ältestes Klosterbrauhaus der Welt (seit 1050), majestätische Barockkirche
- Regensburg: UNESCO-Welterbealtstadt, romanische Steinbrücke, Dom St. Peter
- Passau: Dreiflüssestadt (Donau, Inn, Ilz), barocker Dom St. Stephan, Barockfestung Oberhaus
"Der Donaudurchbruch bei Weltenburg gehört zu den absoluten Höhepunkten des deutschen Radreisens. Enge Felsschluchten, das alte Klosterbrauhaus und die Stille des Tals — das vergisst man nicht so schnell."
— Karoline Fischbach, Fernradlerin, Erfahrungsbericht 2024
E-Bike auf dem Donauradweg
Für E-Bike-Fahrende ist der Donauradweg besonders ab dem Abschnitt Ulm bis Passau ausgezeichnet geeignet. Die letzten 400 km verlaufen nahezu eben, Ladepunkte gibt es in allen größeren Ortschaften. Der Abschnitt zwischen Donaueschingen und Ulm erfordert durch die höheren Steigungen eine größere Akkukapazität — wir empfehlen für diesen Abschnitt mindestens 625 Wh.
Für Tourenräder empfehlen wir, den steilen Donaudurchbruch bei Weltenburg über die ausgeschilderte Alternativroute via Kelheim zu fahren, die den Höhenanstieg deutlich reduziert.
Auf dem Donauradweg sind mehrere Fährüberfahrten Teil des empfohlenen Streckenverlaufs. Manche Fähren verkehren nur von April bis Oktober und haben begrenzte Kapazitäten. Eine Vorprüfung der aktuellen Betriebszeiten auf den Gemeinde-Websites wird empfohlen.